Gitarre Plus Veranstaltung 03.Juni 2017 19:00 Uhr

Gitarre Plus
Werke von Dyens, Sor, Morales, Carulli, Mertz und Bellinati

Musik für Gitarrenduo Rainer Schrecklinger & Sebastian Bödeker

Sa., 3. Juni 2017, 19 Uhr

Ev. Kirchengemeinde, Rheinstraße 42,  47495 Rheinberg

 

Sebastian Bödeker (*1977) studierte das Lehramt für die Primarstufe und Diplom-Instrumentalpädagogik an der Folkwang – Hochschule und der Universität in Essen. Er schloss seine Studien im Rahmen einer künstlerischen Instrumentalausbildung bei Michael Koch am Peter-Cornelius- Konservatorium in Mainz mit dem Konzertexamen ab.  Sebastian Bödeker leitet eine Grundschule am Niederrhein.

Rainer Schrecklinger (*1980) studierte klassische Gitarre bei Michael Koch an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und absolvierte ein Aufbaustudium „Gitarre Worldmusic“ bei Prof. Thomas Fellow an der Musikhochschule Dresden, welches er mit dem Konzertexamen abschloss.
Er ist als Gitarrenlehrer und Dozent an der städtischen Musikschule Aschaffenburg und am Peter-Cornelius-Konservatorium Mainz tätig.

PROGRAMM

ANONYM, 17. Jh. Drewrie’s Accordes  Aus: Jane Pickerings  Lautenbuch (1616)

Roland DYENS  Aus „Comme des grands“ (1955 – 2016) Il funghetto Clown blanc

Fernando SOR Fantaisie op. 54 (1778 – 1839) Andante allegro Andantino Allegro (Dans le genre Espagnol)

Justo T. MORALES Argentina (Milonga) (1877 – 1953)

Ferdinando CARULLI Aus “Sechs kleine Duette” op. 45 Nr. 2 (1770 – 1841)

Johann Kasper MERTZ Am Grabe der Geliebten Unruhe (1806 – 1856)

Paulo BELLINATI Jongo (*1950)

Jane Pickerings Lautenbuch von 1616 beinhaltet „Drewrie’s Accordes“. Dieses Stück existierte bereits in einer früheren Sammlung von Lautenwerken von William Ballett unter dem Titel „Toy for two lutes“. Es ist geprägt durch die motivische Interaktion zwischen beiden Stimmen. Spekulationen zufolge sind die  kurzen melodischen Motive den Glockenklängen der Londoner Kirchen nachempfunden.

Roland DYENS (1955-2016) ist als Künstler, Komponist und Lehrer aus der aktuellen Entwicklung der Gitarrenmusik nicht mehr wegzudenken. Seine Konzerte vereinten Improvisation, klassisches Repertoire und Eigenkompositionen. Auf höchst virtuosem Niveau wurde dem Hörer farbenfrohe und offengeistige Gitarrenmusik geboten. Dyens starb überraschend 2016. 2010 sind mit “Comme des Grands” Duette entstanden, die – mal sphärisch, mal eigenwillig – Dyens´ Ideenreichtum kompakt zusammenfassen.örerH

Erst im Alter von 35 Jahren begann  Fernando SOR (1778-1839), sich intensiv mit der Gitarre zu beschäftigen. Er machte sich fortan als Pädagoge und reisender Virtuose einen Namen. Im dritten Satz der Fantaisie op. 54 greift Sor Elemente der populären spanischen Musik der 1820er Jahre auf.

Der Argentinier Justo T. MORALES (1877–1953) greift in seinen Kompositionen vor allem die  zu seiner Zeit immer wichtiger werdenden Einflüsse des Tango Argentino auf. Er komponierte insbesondere Habaneras, Milongas und Tangos. Die Milonga erfreute sich als Volkstanz im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit.

Ferdinando CARULLI (1770-1841) lebte genau zu der Zeit, als sich die Gitarre vom fünf- zum sechssaitigen Instrument entwickelte und sie nicht mehr doppelchörig, sondern nur noch einchörig bespannt wurde. Carulli war der Erste, der sich damit beschäftigte, für diese Neuerungen eine angemessene Spielweise zu entwickeln, welche er selbst zu einer bisher ungekannten Virtuosität ausbaute. Seine “Méthode complet” blieb jahrzehntelang ein Standardwerk für Gitarristen.

Johann Kasper MERTZ (1806–1856) war ein ungarischer Komponist und Gitarrist. Ab 1840 wirkte er in Wien als Lehrer und Konzertmusiker. Seine Gitarrenkompositionen haben Ähnlichkeit mit Chopins und Schumanns Klaviermusik. Mertz blieb in der Geschichte der Gitarre als Komponist präsent, insbesondere die Wiederbelebung der Gitarre um 1900 hat sich seiner Werke angenommen. Das Duett „Am Grabe der Geliebten“ ist das Erste der „Nänien Trauerlieder“. Es enthält ein elegisches Thema und ein unverkennbares Läuten einer (Kirchen-) Glocke. „Am Grabe der Geliebten“ und „Unruhe“ gehören zu Mertz’  ausdrucksstärksten Kompositionen.

Den Brasilianer Paulo BELLINATI (*1950) zog es nach dem Gitarrenstudium von Sao Paulo in die Schweiz, wo er zunächst in Genf weiter studierte und anschließend selbst am Konservatorium vom Lausanne Gitarre unterrichtete. Er konzertierte u.a. beim weltbekannten Montreux Jazz Festival und komponierte zahlreiche Werke, die von international renommierten Stars der Gitarrenszene aufgeführt wurden. Für die Solofassung von „Jongo“ erhielt er 1988 beim Carrefour Mondial de la Guitare in Martinique den ersten Preis für Komposition.

 

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