Don Kosaken mit viel Pathos und großer Stimmgewalt RP 19.01.2018

Die russischen Sänger traten mit Unterstützung der Männergemeinschaft Baerl-Repelen in Rheinberg auf.

Seit knapp 30 Jahren ist Maxim Kowalev mit seinen Don Kosaken nun schon unterwegs, um russische und osteuropäische Volkswaisen und Lieder unter die Menschen zu bringen. Warum gerade die Deutschen die Gesänge so gerne hören, konnte er auch bei dem Gastspiel in Rheinberg nicht beantworten: „Ich weiß es nicht, den Menschen gefällt es einfach“, gestand der Veranstalter offen ein – ein voll besetztes Gotteshaus an der Kirchstraße sprach Bände.

Der Kirchenmusiker und Chorleiter Michael Wulf-Schnieders versuchte es, so zu erklären: „Das ist ganz andere Musik und es sind ganz andere Stimmen. Im Osten werden die Sänger anders ausgebildet. Da ist viel mehr Forte“, freute er sich, zum dritten Mal in seiner gut 20-jährigen Tätigkeit die Don Kosaken in Rheinberg begrüßen zu dürfen.

Mit seiner 24-köpfigen Männergemeinschaft Baerl-Repelen hatte Wulf-Schnieders das Vergnügen, jeweils mit zwei Liedern den Auftakt des Konzerts zu bestreiten und dann mit den Don Kosaken das Konzert abschließen zu dürfen.

Ihr „Vater unser“ und „Heilig ist der Herr“ waren ein würdevoll vorgetragener Beginn, sehr akzentuiert, voll des Klanges und das Kirchenschiff erfüllend. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen anschließend die von Basssänger Kiryl Padolski dirigierten Don Kosaken, die mit einem stimmgewaltigen russischen „Grüß Gott“ ihr Konzert eröffneten.

Danach folgte gerade im ersten Teil ein von Tiefe, großartigem Klang und machtvoll-erfüllendem Gesang geprägtes Repertoire – von dem mit Gefühl erschallenden „Lobet den Herrn“, dem alten Kirchengesang „Skinie“ über das würdevolle „Freut euch ihr Menschen“ bis hin zu dem fast episch vorgetragenen georgischen Volkslied „Sukiko“.

Getragen, fast zum Weinen schön, geriet ihr wunderbar arrangiertes „Ave Maria“ von Bach/Gounod. Zu einem Kosaken-Konzert gehört auch der Klassiker „Legende von den zwölf Räubern“, die mit ausladender Gestik und Stimmfülle von dem Bassisten Evegeniij Iakovlev vorgetragen wurde. „Auf viele Jahre“ von Dmitri Bortnijanskij war ein gelungener musikalischer Wunsch zum Ende des ersten Teils.

Nach der Pause wurden die Melodien – begleitet von der Ziehharmonika – etwas „weltlicher“, schwungvoller und zugleich noch ergreifender. Bei „Oy ty Galia“ wiegten sich die Zuhörer mit im Walzertakt des Volksliedes, Der Kosakenmarsch „Hinter dem Don“ drückte mitreißend-rhythmische Fröhlichkeit aus. Feierlich und beseelt geriet „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“, auf Deutsch mit viel Ausdruck solistisch getragen von Andreij Voranov. Ovationen gab es für „Volga, Volga“, auch die „Katjuscha“ brachten sie schön verschleppend zum „Tanzen“. Und nach „Kalinka“ erhob sich das Publikum und spendete langanhaltenden Beifall.

Gemeinsam sangen die beiden „Gesangskörper“ dann noch das Bortnijanskij-Stück „Ich bete an die Macht der Liebe“ und die deutlich hörbaren „Abendglocken“ – getragen, sentimental und solistisch veredelt vom sensationellen Tenor Aliaksandr Lushchyk. Ein Abend russisch-orthodoxer Kirchengesänge und Kosakenlieder zum Innehalten und Genießen.

Von Alexander Florié-Albrecht

 

 

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