Neues Gottesdienstmodell für Protestanten RP 07.12.2018

Pastor Udo Otten ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg. Foto: UO

Die Evangelische Kirchengemeinde ändert ihr Gottesdienstmodell. Vorher wird ein Adventsgottesdienst gefeiert. Dazu lädt die Gemeinde am Samstag, 8. Dezember, ein. Um 17 Uhr beginnt dann in der Evangelischen Kirche an der Rheinstraße 44 ein stimmungsvoller Adventsgottesdienst für Menschen und Familien jeden Alters mit Geschichten und viel Musik.

Bei einem einfachen Abendessen soll dieser Adventssamstag ausklingen. Wer an diesem Samstag vom Fahrdienst abgeholt werden möchte, der sollte sich im Gemeindebüro unter der Telefonnummer 02843 2204 melden. Am Sonntag, 9. Dezember, findet in der Kirche in Rheinberg deshalb kein Gottesdienst statt.

Mit dem Gottesdienst am Samstag beginnt in der Evangelischen Kirchengemeinde ein neues Gottesdienstmodell, das unter dem Namen „Gottesdienst FreiRaum“ ein paar Veränderungen mit sich bringt. Ab dem neuen Kirchenjahr wird an jedem zweiten Wochenende im Monat ein „Gottesdienst FreiRaum“ gefeiert. An diesem zweiten Wochenende verändern sich Zeiten oder Orte oder beides. So könnte der „normale“ Gottesdienst am Sonntagmorgen ausfallen, weil samstags oder sonntags nachmittags im Haus der Generationen ein Abendgottesdienst stattfindet. Oder die Gemeinde lädt sonntags um 11 Uhr im Haus der Generationen zu besonderen familiennahen Gottesdiensten ein. Auch dann ist in der Kirche kein Gottesdienst. An diesen „FreiRaum“-Wochenenden werden andere Lieder gesungen, der ein oder andere Künstler eingeladen, oder Prominente gebeten, über ihren Glauben zu reden. Geplant ist auch, die Kulturkonzerte am Sonntagnachmittag stärker mit gottesdienstlichen Elementen zu verbinden, sodass eine ganz neue Gottesdienstform entsteht.

Im Presbyterium und im Ausschuss für Theologie und Gottesdienst waren sich die Initiatoren einig: Der Phantasie sollen bei dem neuen Modell keine Schranken gesetzt werden. Grund für die Veränderung ist, so teilt es Pfarrer Udo Otten (Foto: UO) mit, dass auch in Rheinberg (wie auch in anderen Gemeinden) die Zahl derjenigen Menschen, die den Gottesdienst nutzen, immer kleiner wird. Auf der Suche nach den Gründen dafür ist der Gottesdienstausschuss darauf gekommen, dass der herkömmliche Gottesdienst am Sonntagmorgen mit seiner klassischen Liturgie, den klassischen Liedern und der Orgel als tragendem Instrument das Lebensgefühl nur noch einer Minderheit der Menschen trifft. Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen brauchen auch unterschiedliche Gottesdienstformen zu unterschiedlichen Gottesdienstzeiten.

„,Gottesdienst FreiRaum’ ist ein Experiment, von dem wir heute nicht wissen, ob es tatsächlich tragfähig ist“, sagt Udo Otten. „Wir sind uns bewusst, dass es erst eine Zeit der Eingewöhnung geben muss. Bis klar ist, dass man bei uns am zweiten Wochenende im Monat in den Gemeindebrief oder die Tageszeitung schauen muss, um zu sehen, wo sich die Gemeinde trifft, wird es etwas dauern. Aber wer sich nicht auf den Weg macht, der bleibt stehen oder dreht sich im Kreis.“

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