Pfarrer Udo Otten verlässt die Gemeinde RP vom 08.07.2022

Nach 19 Jahren in Rheinberg tritt der 56-Jährige noch in diesem Jahr eine neue Stelle im „Pastoralen Dienst im Übergang“ an. Er berät Kirchengemeinden im Umbruch. Privat blieben Otten und seine Frau Vera in Rheinberg wohnen.

Pfarrer Udo Otten verlässt die Evangelische Kirchengemeinde Rheinberg. Nach 19 Jahren als Gemeindepfarrer tritt er noch in diesem Jahr eine neue Stelle an: zum 1. Oktober oder zum 1. November, genau steht das noch nicht fest. Otten wird aber in Rheinberg wohnen bleiben. Vorerst im Pfarrhaus am Innenwall. Sollte das Haus, das der Kirchengemeinde gehört, für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gebraucht werden, will sich das Ehepaar in Rheinberg ein neues Zuhause suchen. Denn Ottens Mutter lebt in der Stadt und außerdem seine älteste Tochter mit Familie. Wer künftig Pfarrerin oder Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg sein wird, steht noch nicht fest.

Otten wechselt in den „Pastoralen Dienst im Übergang“ (PDÜ). „Das ist ein Interimspfarrdienst“, klärt der 56-Jährige auf. „Das bedeutet, dass ich künftig für ein bis maximal zwei Jahre in Kirchengemeinden arbeiten werde, die in einer Umbruch- oder Veränderungssituation stecken. Weil sie zum Beispiel vor einer Fusion stehen, Pfarrstellen abbauen oder sich von Gebäuden trennen müssen.“ Mit einer halben Stelle leistet der Rheinberger dann pastorale Vertretung in der jeweiligen Gemeinde, macht also Dinge, die er jetzt auch in seiner Kirchengemeinde erledigt: Beerdigungen, kirchlichen Trauungen, Taufen oder Gottesdienste.

Die Kirchenleitung hat bereits im Dezember 2012 ein Rahmenkonzept zur Regelung qualifizierter Vakanzzeiten unter dem Motto „Pastoraler Dienst im Übergang“ beschlossen. Damit wird unter Anwendung der bestehenden Regelungen des Pfarrdienstrechts eine Möglichkeit geschaffen, Zeiten einer Pfarrstellenvakanz inhaltlich strukturiert zu gestalten.

Als erstes wird Udo Otten wohl in eine Duisburger Kirchengemeinde gehen. Die Abstimmungen im zuständigen Kirchenkreis laufen derzeit noch. Der Pastor: „Ich werde in Kirchengemeinden tätig sein, die nicht weiter als 60 Kilometer von meinem Wohnort, also Rheinberg, entfernt liegen.“ Dort soll er dann das Presbyterium als Leitungsgremium auf seinem Weg durch Coaching und Beratung unterstützen. „Am Ende meiner Zeit in der jeweiligen Gemeinde sollen dann neue Strukturen gelegt sein, eine schlüssige Gemeindekonzeption für die Zukunft vorliegen und eine griffige Pfarrstellenausschreibung stehen“, so der Pfarrer.

Er versichert, dass er 19 Jahre lang gerne in Rheinberger gearbeitet hat. Und er sei sehr froh, dass ihm niemand einen Vorwurf mache, dass er sich nun neu orientiere. „Meine Frau und ich sind unabhängig, keines unserer drei Kinder lebt mehr bei uns zu Hause und ich habe große Lust, beruflich noch einmal etwas Neues zu beginnen“, begründet der 56-Jährige seine Entscheidung. „Außerdem ist das Gemeindeleben nach zwei Jahren Corona noch nicht wieder da angelangt, wo es vorher war. Das ist also eine gute Zeit für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, in Rheinberg anzufangen.“

Zudem habe er bereits vor fünf Jahren eine Zusatzausbildung zum Gemeindeberater abgeschlossen und sich auch zum psychologischen Berater und Personal Coach fortgebildet. „Beratung, das ist mein Ding, das möchte ich machen“, versichert Otten, der in Mönchengladbach aufgewachsen ist. Sorgen bereite es ihm ebenso wie seinen Kollegen und Kolleginnen im Umkreis, dass der Kirchenkreis Moers darüber nachdenke, den Stellenplan zu verändern: Der Gemeinde mit rund 3000 Gemeindegliedern könnte künftig nur noch eine halbe Pfarrstelle zustehen. „Wir setzen uns dafür ein, dass es dazu nicht kommt“, so Udo Otten, der mit „wir“ vor allem Pfarrerin Ulrike Thölke (Gemeinde Wallach-Ossenberg-Borth) und Pfarrer Heiner Augustin (Budberg und Orsoy) meint. „Wir drei arbeiten sehr eng und vertrauensvoll zusammen“, lobt Otten und verweist auf die gemeinsame Homepage www.evangelisch-in-rheinberg.de, die dies dokumentiere.

Pastoralen Dienst im Übergang wird Udo Otten nicht alleine leisten. Im Rheinland gibt es zwölf Stellen dafür. „Mit den Kollegen und Kolleginnen werde ich mich auch regelmäßig austauschen, es gibt Supervisionen und Austauschgespräche.“ Seine Zeit als Rheinberger Gemeindepfarrer werde er in guter Erinnerung behalten. 19 Jahre – da kann man schon fast von der Ära Otten sprechen.

Von Uwe Plien

 

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