Pikser schon für Kinder ab fünf Jahren RP vom 16.01.2022

Der elfjährige Max aus Rheinberg gehörte zu den Kindern, die sich im Haus der Generationen impfen ließen. Die Mutter war mit dabei. Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Covid-19-Impfoffensive, ein Zusammenschluss von Ärzten aus dem Ruhrgebiet, hat erstmals in Rheinberg Kinder unter zwölf Jahren gegen Corona geimpft. Die Ärzte erhielten teilweise Morddrohungen, erzählt ein Mediziner.

Bereits vor einer Woche gab es die Möglichkeit, sich im Haus der Generationen am Annaberg gegen das Covid-19 Virus impfen zu lassen. Ein Angebot, das von vielen Rheinbergern ab dem zwölften Lebensjahr angenommen wurde. Am vergangenen Wochenende durften sich dort erstmals Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren impfen lassen. Möglich gemacht hat das die Covid-19-Impfoffensive – ein Verbund von Ärztinnen, Ärzten und medizinischen Fachkräften aus dem Ruhrgebiet. Dass der behandelnde Arzt seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, macht eine inzwischen bedenkliche Entwicklung deutlich. „Eine Kollegin von mir, Kinderärztin, wurde mit dem Tod bedroht, falls sie Kinder impfen sollte. Sie beteiligt sich inzwischen nicht mehr an den Impfungen“, erklärt der Mann.

Aus Sicht des engagierten Mediziners sind jedoch Impfungen gerade in dieser Altersgruppe dringend notwendig: „Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt lediglich, Kinder mit Vorerkrankungen oder mit gefährdeten Personen im Haushalt zu impfen. Alle anderen sollten nur geimpft werden, wenn die Eltern das möchten. Dabei ist die Inzidenzquote unter den Fünf- bis Zwölfjährigen in Deutschland am höchsten.“ Gerade wer hochbetagte Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung hat, sollte nach Ansicht des Mediziners keinesfalls zögern: „Kinder haben meistens einen leichten Verlauf, für die Oma kann eine Ansteckung tödlich enden.“

 

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